Bayern zum Kotzen

Der Champions-League-Mittwoch schlug den Bayern-Fans offenbar garstig auf den Magen. Ein schwer illuminierter Anhänger, im weiteren Verlauf als Kotzbrocken bezeichnet, zog während der Halbzeitpause mit Gefolge in ein Lokal ein: alle vier im mittleren Alter (etwa 40-45), ein Pärchen auf jugendlich getrimmt, sie im pinkfarbigen, äußerst modischen Trainingsanzug, er mit passender Solariumbräune.

Der Kotzbrocken vor seinem Einsatz

Der Kotzbrocken vor seinem Einsatz

Das zweite Pärchen kam schon etwas biederer rüber, wobei auffiel, dass die Begleiterin die Szenerie nach fünf Minuten fluchtartig verließ. Schnell war klar, warum: Ihr Holder war das, was man stockbesoffen nennt. Was ihn nicht hinderte ein kühles Blondes zu bestellen. Nach einer kurzen Tirade von Schlachtrufen und einem darauf folgenden Nickerchen, prasselte Kotzbrockens Mageninhalt vor seine Füße. Seine beiden Begleiter verzogen keine Miene, genossen die abendliche Zweisamkeit und ließen sich (nur) vom Spiel berieseln.

Da aus dem Duell in Barcelona mittlerweile jegliche Spannung gewichen war, verlagerte sich das Augenmerk des erbleichenden Publikums auf das kuriose Trio. Kotzbrocken versuchte flugs den schalen Geschmack mit einem zünftigen Schluck Bier hinunterzuspülen. Was die mittlerweile herbei geeilte (äußerst sympathische) Servierkraft zu verhindern wusste.

Die Aufforderung der Bedienung (betonte ich schon? sehr sympathisch) mittels bereitgestellter Werkzeuge die Hinterlassenschaft aufzuräumen, ignorierte das Grüppchen vorerst. Bis die (offenbar telefonisch informierte) entschwundene Begleiterin des Kotzbrockens wieder auftauchte und sich leicht aufgelöst ans Werk machen wollte.

Das wiederum erweckte den bis hierher wieder Besinnungslosen zu neuem Leben, Kotzbrocken protestierte lautstark gegen den auferlegten Putzdienst, während er versuchte sich standfest aufrecht zu halten. Nachdem Kotzbrocken den unverschämten Service kritisierte, entschwand das seltsame Quartett in der Dunkelheit der Wiener Stadt.

Nach Berichten der Servierkraft, beschwerte sich das Grüppchen vor seinem Verschwinden über die widerfahrene Ungerechtigkeit: Es habe keinen Grund triftigen Grund gegeben, dass ausgerechnet sie die Schweinerei wegräumen sollten. Kotzbrockens Leistung, die weit über der seiner Idole aus München einzuordnen ist, hat sich mehr Respekt verdient. Hat er sich immerhin den Magen aus dem Leib gekotzt. Und dann soll dieser Held des Gusses auch noch die Spuren seines Tuns ausmerzen müssen. Schuld waren die Bayern, sollen die doch wen schicken. Geht man so mit seinen Fans um?

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2 Antworten to “Bayern zum Kotzen”

  1. cornelius h. Says:

    Selten so eine berauschende Spielzusammenfassung gelesen – Danke 🙂

  2. Christoph Luke Says:

    …wo du dich so herumtreibst…

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