Freispruch für „Prügelprinz Poldi“

Podolskis Ausraster ohne Konsequenzen
Auf keinen Fall sitzen beim DFB Demagogen, schon gar nicht an der Spitze. Aber was sich der Verband im Fall Podolski leistet, ist eine (h)ausgemachte Schweinerei.

Da knallt ein Jungkicker dem Kapitän der Fußballnationalmannschaft nach dem Spiel eine und wird dafür nicht bestraft. Wie kann es sein, dass alle Verantwortlichen die ganze Sache herunterspielen? Angefangen von Oliver Bierhoff (der hätte wohl gerne selbst zugelangt), bis hin zum DFB-Präsidenten Theo „Sicher nicht Demagoge“ Zwanziger und am Ende DFB-Teamchef Jogi Löw.

Jugend schützt vor Strafe
Abgesehen davon, dass Podolski Glück hatte, dass der Schiedsrichter die Attacke nicht gesehen hatte, ist so ein Verhalten auch für einen jungen Spieler wie „Prügelprinz Poldi“ nicht zu entschuldigen. Doch als einzige Konsequenz droht dem künftigen Kölner die genaue Beobachtung durch Teamchef Löw. Außerdem habe „er [Podolski] seinen Kredit verspielt.“ Das ist für eine Handgreiflichkeit zu wenig. Schon alleine deshalb, weil Podolski ein Vorbild für die Jugend ist. So wird vermittelt, dass Gewalt (ja, auch das ist Gewalt) ein probates Mittel zur Durchsetzung seiner Ansichten oder seines Willens ist. Die Verharmlosung des Vorfalls ist aber nicht nur pädagogisch fragwürdig.

 

Hat der Verband etwa Angst vor dem keifenden Bayern-Management? Wohl nicht, der Hoffnungsträger aus dem Jahr 2006 ist ja schon lange aus dem Nest gefallen. Da würde sich Kaiser Beckenbauer und sein Gefolge über eine saftige Strafe nicht allzu sehr aufregen.

Die Rache des Oli B.
Die Vorgangsweise der DFB-Verantwortlichen passt zu den Vorkommnissen der letzten Monate. Spätestens seit der Verbalattacke gegen Team-Manager Oliver Bierhoff wird offensichtlich, dass der Teamkapitän demontiert werden soll. Dem Chelsea-Legionär und derzeit mit Abstand besten DFB-Kicker wird das Vertrauen Stück für Stück entzogen.

Der letzte Höhepunkt war der Streit um die öffentliche Kritik am Führungsstil von Teamchef Löw. Ein Kapitän, der eine konträre Meinung vertritt, ist wohl nur in Deutschland problematisch. Auch wenn langgediente Teamkollegen (Frings, aber auch schon Wörns) über Umwege erfahren, dass sie nicht mehr erwünscht sind.

 

Advertisements

Schlagwörter: , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: