Der Anwalt der Sauberen

Hans Holdaus, Mitglied der Ethikkommission NADA Austria und (leider) als Anti-Doping-Experte des Landes bekannt,  spielt ein böses Spiel. Er kritisiert in einem Interview mit dem Aufdecker-Blatt Kurier die rotweißrote Presse wegen ihrer einseitigen Berichterstattung zum Thema Doping: „Es sind nicht die Fälle, die den Sport in Verruf bringen, sondern die Art und Weise, wie über diese Fälle berichtet wird.“ Er bestärkt damit jene Sportler die ihrer Kollegen, Sponsoren und im Endeffekt auch ihre Fans betrügen. Schuld am Dopingproblem tragen seiner Ansicht nach nicht die Protagonisten und Funktionäre, sondern jene die darüber berichten. Was er vergisst dazu zu sagen: Jahrelang hat Österreichs Sportjournalismus weggesehen, wenn es um Leistungsmanipulationen nationaler Stars gegangen ist.

Höhepunkt von Holdhaus’ Auslassungen ist die Aussage: „Ich muss sogar in dem Zusammenhang für den Sport eine Lanze brechen, denn der Sport ist das einzige Segment derzeit in der Gesellschaft, das sich ganz klar gegen einen Medikamenten-Missbrauch ausgesprochen hat.“ Ich weiß nicht, in welchen Kreisen der Herr Doktor verkehrt oder welche Medikamente er vor diesem Interview genommen hat. Aber diese Aussage ist falsch. In welchem Segment unserer Gesellschaft wird der MISSBRAUCH von Arzneimitteln, wie zum Beispiel EPO, nicht abgelehnt oder gar gefördert?

Herr Holdaus sollte vielleicht sein Engagement im Anti-Doping-Kampf überdenken. Mit seinen Aussagen macht der Anti-Doping-Kämpfer Stimmung gegen seine eigene Zunft und die wenigen investigativen Journalisten im Sport. Ob das dem sauberen Sportler nutzt, bleibt offen. Ihre dopenden Kollegen haben in jedem Fall eine weitere Argumentationshilfe aus einer vermeintlich unabhängigen Ecke geschenkt bekommen.

Holdhaus: „Sport gehört nicht in dieses Eck“
Für den Doping-Experten ist der Sport „das einzige Segment der Gesellschaft, das sich gegen einen Medikamenten-Missbrauch ausgesprochen hat“
Quelle: kurier.at (apa)

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