Lesestoff am 27. Juni 2009

Interessant, witzig und wahnsinnig tiefsinnig – die besten Storys aus der Welt des Sports.

Sport & Medien
„Beim ORF nicht mehr die letzten Trotteln“
Hans Huber
geht Ende Juni als ORF-Sportchef in Pension. Produktionskostenbeiträge und Partnerschaften sind für ihn nicht fragwürdig. Der Job sei beziehungsfeindlich, die Verhaberung im Sport nicht größer als in der Politik.
Quelle: derstandard.at

Dazu drei Anmerkungen:
Über Hubers Abgang: „Es gibt nicht ein lachendes und ein weinendes Auge, es gibt zwei weinende Augen.“ Herr Huber, glauben sie mir, dafür gibt es viele Sportfans in Österreich, die in den kommenden Tagen mit zwei lachende Augen den Alltag bewältigen.
Zum Ruf der Sportjournalisten: „Einst hieß es, wenn einer gar nichts kann, soll er in den Sport gehen.“ Genau ihre Generation (Zimmer, Kuhn, Elstner, Prüller) hat dieses schlechte Image transportiert oder wenigstens bekräftigt. Also keine Angst, es wird im Zusammenhang mit diesen Kollegen keine Verklärung geben. Heute sieht man unter den ORF-Kollegen Licht und Schatten, wo zuvor nur Schatten war.
Peinlich, aber wahr: Huber weiß nicht, dass sein Ko-Kommentator Hans Knauß von den Dopingvorwürfen nie frei gesprochen wurde. Das sagt wohl alles über sein Problembewusstsein aus.
Und damit sind wir bei der Verhaberung: Natürlich ist dies  nicht größer als in der Politik (oder aktuell ebenfalls stark spürbar im Wirtschaftsressort). Aber dass dem ORF-Sportchef nichts besseres zu der Frage „Wie groß ist die Verhaberung im Sport“ einfällt, ist mehr als peinlich. Erinnert stark an die Radler, wenn es wieder mal Zeit für ein paar positive Dopingbefunde ist: Bei uns sieht es zwar schlimm aus, aber bei anderen Sportarten ist es auch nicht besser. Sehr hilfreich!

Sport & Medien
Das Kornheiser-Syndrom
Was passiert, wenn Journalisten Stars werden und sehr viel Geld verdienen? Dann entwickeln sie einen Sinn für die Medienarbeit, die nicht mehr viel mit Journalismus zu tun hat, aber ganz viel mit Eitelkeit und Narzismus. Es dürfte schwer sein, sich dem zu entziehen.
Quelle: american-arena

Fußball International
Euro 2012: „Teure Fußball-Therapie“ für Polen
Für die Euro 2012 stürzt sich Polen in Unkosten. Ökonomisch bringt die EM dem ganzen Land nur wenig. Im Nachhinein dürfte dem Land nicht viel mehr als ein paar Straßen und 15 Minuten Ruhm bleiben, meinen Kritiker.
Quelle: diepresse.com

Anm.: Ganz feiner Stoff: „Die Uefa interessiert sich nicht dafür, wo der normale Fan schläft, isst oder trinkt“, ärgert sich Pawel Madler vom polnischen Euro-Koordinationsbüro. Nur wer 2000 Euro für ein VIP-Ticket hinlegt, gilt als ernst zu nehmende Geldquelle. – Nein, so eine Überraschung.

Fußball International
Immer nur das Schlechte

In einem Jahr ist hier Fußball-WM: Wie einseitig die Medien über Südafrika berichten. Die höchste Anmaßung betrifft die Vuvuzelas, die lärmenden Plastiktröten in den Stadien. Ein niederländischer Journalist fragte in einer Pressekonferenz sogar, ob sie verboten werden können. „Vielleicht haben die Europäer nicht gemerkt, dass sie nicht mehr unsere Kolonialherren sind“, schrieb die Zeitung The Weekender.
Quelle: berlinonline.de

Fußball International
Warten auf Magic Johnson

Kein anderes Land leidet unter HIV wie Südafrika, 5,7 Millionen Menschen sollen infiziert sein – Schätzungen zu Folge auch jeder sechste Fußball-Profi. Aktivisten hoffen nun darauf, dass sich einer von ihnen an die Öffentlichkeit wendet.
Quelle: 11freunde.de

Radsport
Vom Superstar zum Wasserträger

Was wie Majestätsbeleidigung klingt, ist Realität geworden: US-Superstar Lance Armstrong wurde vom Astana-Rennstall für die Tour de France zum Helfer degradiert. Der 37-Jährige soll seinen um zehn Jahre jüngeren Teamkollegen Alberto Contador zu dessen zweitem Gesamtsieg in Frankreich eskortieren, Flaschen holen und ihn aus dem Wind nehmen. Eine ungewohnte Rolle für Armstrong bei seinem Tour-Comeback nach drei Jahren Pause.
Quelle: orf.at

Anm.: Eigentlich uninteressant. Aber: Wie lange lässt sich die internationale Sportpresse noch an der Nase herumführen? Ein Armstrong kommt nach Frankreich um zu gewinnen! Glaubt wirklich jemand, dass der Rekordsieger als Wasserträger zur Tour fährt? Die Dramaturgie passt bisher: Verletzung, durchwachsener Giro, jetzt der erste Saisonsieg.

Fußball
Die Welt zwischen den Pfosten

Es ist eine Fußball-Selbsthilfegruppe, die sich am Freitag in der Münchener Arena versammelt hat. Darauf deuten zumindest die Sätze hin, welche die Selbsthilfegruppenleiter Andreas Köpke, Jörg Stiel, Jean-Marie Pfaff und Jens Lehmann an diesem Vormittag immer wieder ähnlich aussprechen: Unsereins soll endlich den gebührenden Stellenwert zuerkannt bekommen! Unsereins – das sind die Torhüter.
Quelle: tagesspiegel.de

Reitsport
Wie hält man sich so lange im Sattel?
Reitsport- Evergreen Hugo Simon (66) über seine Leidenschaft, Turniere am Land, gewonnene Autos und Doping.
Quelle: kleinezeitung.at

Anm.: Immerhin ganz am Schluss eine fast schon verschämte Frage zur derzeitigen Dopingproblematik in der Reiterszene.

Dazu passt:
Isabell Werth attackiert Reiterverband
Sie ist suspendiert worden, weil ihr Pferd positiv auf eine Dopingsubstanz getestet wurde: Jetzt greift Dressurreiterin Isabell Werth in einem SPIEGEL-Gespräch die Deutsche Reiterliche Vereinigung scharf an. Die fünfmalige Olympiasiegerin fühlt sich im Stich gelassen.
Quelle: spiegel.de

Schwimmen
Überlebenskampf der Top-Schwimmer

In Klagenfurt leiden die Leistungsschwimmer teilweise unter katastrophalen Trainingsbedingungen. Der Spitzensport ist hier nur im Nachwuchsbereich möglich. Mit der Schließung des Hallenbades ist auch das in Frage gestellt.
Quelle: ktz.at

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2 Antworten to “Lesestoff am 27. Juni 2009”

  1. Dolla Says:

    Agreed on the vuvuzelas:

    http://www.footballiscominghome.net/the-hosts/the-vuvuzela/

  2. NixZen Says:

    http://nixzen.wordpress.com/2010/06/11/vuvuzelas-nerven/

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