Archive for the ‘Fußball Wien’ Category

Gerhard Fellner: „Man muss dieses Spiel lieben!“

3. März 2011

Viennas Cotrainer Gerhard Fellner ist seit 2007 Teil der Blau-Gelben Familie und einer der Väter des Aufstiegs in die zweite heimische Spielklasse. Der Salzburger beschreibt dem Ballkönig sein Verhältnis zu seinem Chef Alfred Tatar, seine Einstellung zum Fußball und warum die Döblinger dem Profifußball erhalten bleiben werden.

Ballkönig: Du bist seit etwas mehr als einem halben Jahr im Trainerteam der Vienna nachdem du im Sommer 2010 als ältester Aktiver in der Bundesliga deine Schuhe an den Nagel gehängt hast. Bereust du den Schritt schon oder war die Entscheidung ein logischer Schritt in deiner Karriereplanung?

Gerhard Fellner: Ich hätte in der Regionalliga schon noch weiterspielen können, das wäre kein Problem gewesen. Aber ich wollte die Chance, die mir der Vorstand gab, nutzen. Man bot mir an ins Trainerteam einzusteigen. Und für mich war immer klar, dass ich in dieser Funktion nach meiner aktiven Karriere weitermache. Erfahrung habe ich schon 2003 nach meiner Rückkehr aus St. Mirren gemacht: Damals übernahm ich das Traineramt bei Wals-Grünau in der Salzburger Landesliga. Danach habe ich mich bei Trainerkursen und Schulungen weitergebildet.

Du hast während deiner Spielerlaufbahn seit 1988 einige Trainer erlebt. Wie beeinflussen dich diese Coaches in deiner jetzigen Position?

Fellner: Ja, ich hatte einige namhafte Trainer wie Baric, Zellhofer, Gregoritsch, Krankl und viele mehr. Ich begann schon sehr früh damit, ein Training-und-Taktik-Archiv anzulegen und was ich anders oder sogar besser machen würde. Derzeit bin ich aber Co-Trainer, also Befehlsempfänger. Ich kann und will auch nicht Einfluss nehmen. Am Ende entscheidet immer der Chefcoach, der muss auch den Kopf hinhalten, wenn es nicht läuft.

Wie ist die Arbeit unter der Regie von Alfred Tatar?

Fellner: Man kann gut mit ihm zusammen arbeiten und ich lerne viel von ihm. Er hat ein breites Fachwissen und deckt viele Bereiche, die man als Klassetrainer wissen muss, ab. Wir haben die gleiche Sicht auf den Fußball und sind beide akribische Tüftler. Das beginnt bei der Trainingssteuerung, der taktischen Einstellung der Mannschaft aber auch der Analyse des Gegners. Dafür haben wir mit Peter Webora einen sehr guten Scout, der als Spiel- aber auch Spielerbeobachter wertvolle Dienste leistet.

Also spielt bei euch die Strategie und Taktik eine entscheidende Rolle?

Fellner: Ja, wir sind auf alles vorbereitet und wissen, was der Gegner in bestimmten Situationen machen wird. Wie die Spieler das auf dem Platz umsetzen, ist die andere Frage.

Was unterscheidet Tatar von seinem Vorgänger Frenkie Schinkels?

Fellner: Also was ich nach dieser kurzen Zeit über Alfred Tatar sagen kann: Er ist ein sehr ausgeglichener Mensch, trifft Entscheidungen sehr sachlich, rational und besonnen. Er ist ein intelligenter Trainer, der mich jetzt schon durch seine Art prägt. Mit Schinkels habe ich mich auch gut verstanden.

Gerüchteweise heißt es, dass du im Sommer den Kader zusammen gestellt haben sollst?

Fellner: Das ist ein absoluter Blödsinn, da werde ich richtig böse. Ich habe nur beim Transfer von Philipp Hosiner meine Verbindungen spielen lassen. Das war’s dann auch schon.

Jetzt ein Wort zur aktuellen Situation auf der Hohen Warte: Wie gehst du mit dem Abstiegsgespenst um?

Fellner: Wir, das Trainerteam, haben den Herbst analysiert, die Lehren daraus gezogen und reagiert. Mit den Neuzugängen hat sich das Niveau der Mannschaft sicher verbessert. Durch den Rückstand ist jede Partie ein Alles-Oder-Nichts-Spiel – aber mit gestandenen Spielern wie Dospel, Mair und Markovic schaffen wir das. Die kennen solche Stresssituationen und wissen was zu tun ist.

Aber wie geht es dir persönlich? Bist du auf den möglichen Abstieg vorbereitet, hast du einen Plan B im Falle einer Entlassung?

Fellner: Nein, damit beschäftige ich mich überhaupt nicht. Ich möchte mit der Vienna den Weg in die Zukunft gehen. Und ich glaube an eine rosige Zukunft für diesen schlafenden Riesen. Wenn wir, wovon ich ausgehe, den Klassenerhalt schaffen, dann steht dem nichts im Wege. Es wäre ein Traum, eine Saison ohne Angst im Nacken zu spielen und in der Folge mit der Vienna um den Aufstieg mitzuspielen.

Und welche Träume hat der Trainer Fellner abseits der Vienna?

Fellner: Langfristig möchte ich natürlich einen Verein im Ausland trainieren, am liebsten wäre mir natürlich eine britische Liga. Dort wird der Fußball gespielt, den ich gerne sehe und auch immer gespielt habe. Aber egal, wo ich und in welcher Funktion ich engagiert bin: Ich möchte als Trainer mehr erreichen als während meiner Karriere als Spieler. Fußball ist für mich kein Job oder Spaß – dieser Sport ist Leidenschaft. Man muss dieses Spiel lieben, dann kommen auch der Erfolg, die Pokale, das Geld.

Gerhard Fellner gehört zum letzten Rest der Aufstiegstruppe 2009, das sich noch in Diensten der Vienna findet. Er spielte zuvor unter anderem bei Austria Salzburg, St. Pölten, Falkirk (SCO), Admira Mödling und LASK.

Wr. Sportklub: Trainerteam bleibt

23. Dezember 2010

Der WSK hat sich dazu entschlossen, dass das Team Radaj/Korucu/Herzig das erfolgreiche Coaching der Kampfmannschaft im Frühjahr fortführt.
Link

First Vienna: Tatar sucht seine blaugelbe Garde

17. Dezember 2010

Zum Auftakt ging es auf der Hohen Warte hart zur Sache.

Die Vienna absolvierte ihren Trainingsauftakt nach zweiwöchigem Urlaub bei frostigen Temperaturen und mit Überraschungsgast Rashid Rachimov. Bis Weihnachten sollen die körperlichen Grundlagen geschaffen werden, um ab 10. Jänner am System Tatar zu feilen. Bis dahin soll auch der Kader für das Frühjahr stehen.

Der Trainer sieht vor allem die Verunsicherung nach der unglücklichen 3:4-Niederlage gegen St. Pölten als Knackpunkt. Die Mannschaft holte ein 1:3 auf, war am Drücker und kassierte in allerletzter Minute den entscheidenden Gegentreffer. „Ab diesem Zeitpunkt fiel das Team bei jedem Gegentreffer regelrecht ein,“ analysierte der Chef-Coach der Blau-Gelben, Alfred Tatar.

Das Problem liege an der Mentalität seiner Jungs: „Wir haben keine Führungsspieler, die ihre Kollegen bei einem Rückstand mitreißen können.“ Diese flache Hierarchie müsse aufgelöst werden, Spieler mit Führungsanspruch geholt werden. „So etwas kann man sich nicht aneignen. Das hat man oder man hat es nicht,“ weiß der Trainerfuchs.

Ein weiteres Anforderungsprofil ist die Körpergröße: „Wir haben so viele Kopfball-Duelle verloren wie keine andere Mannschaft in der Liga.“ Das heißt, Tatar sieht sich nach Spielern mit Gardemaß um.  Und ein ganz wichtiger Punkt ist die Erfahrung: „Ich brauche gestandene Spieler, die wissen was es heißt zu kämpfen,“ gibt sich der Trainer fast schon martialisch.

Vor allem für die zentralen Defensiven Positionen sucht Tatar neue Leute. Dort seien die Schwächen nur durch Neuzugänge zu beseitigen. Mit dem Spiel nach vorne ist der Schinkels-Nachfolger zufrieden: „Es war nicht alles schlecht in dieser Saison.“

Kolportierte 100.000 Euro soll das Trainerteam der Döblinger zur Verfügung haben, um die Mannschaft punktuell zu verstärken. Ganz oben auf der Wunschliste von Tatar steht Rapid-Innenverteidiger Hannes Eder (27 Jahre/180 cm), der gerade im Abstiegskampf ein große Hilfe und ein gesuchter Führungsspieler wäre. Doch die Grün-Weißen wollen den Ex-Innsbrucker doch lieber an den LASK verleihen, Eder selbst zieht es eher ins Ausland.

Gerüchteweise soll auch Ernst Dospel (34 /185), der sich derzeit im Unterhaus beim SV Absdorf als Spielertrainer verdingt, in den Profizirkus zurückgeholt werden. Er spielte in der vergangenen Saison noch in der Südstadt.

Weitere Kandidaten:
Pa Ousman Sonko (25/184, Linksverteidiger, Kapfenberg, zweifacher Teamspieler für Gambia, sehr verletzungsanfällig),
Landing Goudaby (23/179, defensives Mittelfeld, zuletzt SV Seekirchen/RLW),
Fernando Troyansky (33/174, Austria Wien, kam insgesamt auf sieben Bewerbsspiele im Herbst, davon zwei in der Ostliga),
Wolfgang Klapf (22/180, Wr. Neustadt, linker Verteidiger, vier BL-Einsätze beim Schöttel-Klub),
Christian Haselberger (21/185, Wr. Neustadt, defensives Mittelfeld, sieben BL-Kurzeinsätze, einmal 80 Minuten),
Bernd Besenlehner (24/179, Wr. Neustadt, rechtes Mittelfeld, zwei BL-Einsätze).

Realistisch sind eigentlich nur Sonko und Troyansky.  Dospel wäre für die Vienna in kritischen Phasen eine Hilfe, Eder ist sehr unwahrscheinlich. Aus der jungen Garde wäre Haselberger eine langfristige Option in unsicheren Zeiten.

Kagraner Fußball-G’schichten

23. Januar 2009

Feigheit
Martin Graf führt neben dem Parlament auch einen Wiener Fußballklub, Hellas Kagran. Shoppen von Nazidreck sei ein dummer Bubenstreich – Spielerinnen wirft er wegen ihrer Meinung aus dem Klub. Wiens Fußball-Präsident Kurt Ehrenberger muss davon gewusst haben. Zu einer öffentlichen Kritik an Graf ließ er sich nicht hinreißen.
Quelle: derStandard.at; ballesterer-Bericht

Hinweis:
Fußball gegen Rechts

Fussballturnier am Samstag, 24.1.09, 8.30 bis 13.00 Uhr
Jüdischer Sportclub HAKOAH, Wehlistrasse 326, 1020 Wien, U2-Station Stadion

Podiumsdiskussion „Rassismus und Antirassismus in Österreich am Beispiel Hellas Kagran“ am 24.1.09 ab 14.00
mit:
* Margarita Döller, suspendierte Spielerin
* Wolfgang Purtscheller, Rechtsextremismusexperte
* David Ellensohn, Stadtrat der Wiener Grünen
* Werner Raabe, ASKÖ-Wien Vorsitzender
* Georg Spitaler, Redakteur ballesterer

LTM-Clubrestaurant, Wehlistraße 320, 1020 Wien (direkt neben dem Sportclub Hakoah, Nähe U2Stadion)
hellasohnegraf.blogspot.com

Es gibt kein Hoffenheim in Österreich

17. Januar 2009

Hoffenheim ist in aller Munde: Die einen schimpfen auf den Herbstmeister der Deutschen Bundesliga, weil sie der irrigen Annahme sind, dass man es mit einem Retortenklub zu tun hat. Die anderen bewundern den Aufstieg des Dorfklubs und glauben ernsthaft, dass dieses Konzept auch auf große Traditionsklubs wie Nürnberg, Gladbach oder Kaiserslautern umlegbar sei.

Ein Fußballverein kann nicht wie ein Unternehmen geführt werden, es muss Geld investiert werden, dass vielleicht nie wieder zurückkommt (z. B. Nachwuchs, Sozialarbeit). Und Investoren wollen sicher nicht ihr Geld für den Dienst an der Allgemeinheit „verschwenden“ – wie man mittlerweile wissen sollte.

Historie ohne Wert

Die TSG 1899 Hoffenheim als Kunst- bzw. Retortenklub zu bezeichnen und die Tradition abzusprechen ist aber ebenfalls gewagt. Ein Verein der 2009 sein 110-jähriges Bestehen feiert hat logischerweise eine Vergangenheit und Geschichte. Was fehlt, ist die Historie in den Profiligen. Heißt das jetzt, dass nur mehr Aufsteigen oder gar um den Titel mitspielen darf, der ein Mindestmaß an Geschichte in der Topliga zu verzeichnen hat? Wo legt man den Maßstab an? Beim HSV und Bayern München? Oder reicht schon ein Niveau wie Mainz oder Freiburg? Also künftig Neulinge verboten?

Geld spielt nicht Fußball

Ich bin kein Freund der Kapitalisten und neoliberalen Putschisten, mir ist die Kohle von Hopp sowas von egal. Aber: Die Fans und Funktionäre die diese Mannschaft teilweise schlimm beleidigen (teilweise reagiert Dietmar Hopp aber auch sehr weinerlich), haben eines nicht begriffen. Die Millionen sind bestenfalls ein gute Basis für den Erfolg – zumindest geschadet hat das Geld nicht.

Aber was viel wichtiger ist: Geldgeber Hopp hat ein gerüttelt Maß an Fußballverstand und Bescheidenheit – und das unterscheidet ihn von vielen Geldgebern und Fußball-Investoren. Hopp hält sich im Hintergrund und beschränkt seine Entscheidungsgewalt auf wirtschaftliche Belange. Im sportlichen Bereich lässt er dem Fachmann Ralf Rangnick und dessen Team freie Hand. Eine kluge Entscheidung – wie man sieht.

Das beginnt schon bei der Einkaufspolitik. Die TSG überlässt die Knallertransfer den üblichen Verdächtigen. Der Dorfklub investiert sein Geld lieber in hungrige talentierte Jungkicker, die im Idealfall einschlagen wie Vedad Ibisevic, und in das System Rangnick passen. Auch des Engagement von Timo Hildebrandt ist nur nominell ein Toptransfer. Doch der bei Valencia geschaßte war dankbar für die Möglichkeit in seine Heimat zurückzukehren und verkaufte sein Unterschrift zum Billigtarif. Ein Henrik Larsson wäre da natürlich ein anderes Kaliber – doch der ist immer und überall ein Thema.

Hoffenheim ist ein Gewinn für die Liga, nicht nur weil das Team die Tabelle anführt. Auch die Art und Weise wie die Rangnick-Jungs aufspielen macht Lust auf mehr. Lieber habe ich doch einen gesunden, attraktiv aufspielenden Klub an der Ligaspitze, als Vereine die ständig am sportlichen und finanziellen Abgrund herumstolpern.

Pleiteliga Österreich

Und wenn wir von Tradition sprechen: Fußballfans in Österreich sind gebrannte Kinder, wenn es um unmoralische Angebote geht. Rapid Wien, Wacker FC Tirol Milch Innsbruck (oder wie die gerade heißen) und Regionalligist Grazer AK sind die prominentesten Beispiele für vergiftete Geldspritzen.

Aber auch der Linzer ASK, Sturm Graz und Austria Wien sind Betrügern und Phantasten aufgesessen. Der SV Pasching verkaufte seine Tradition nach Klagenfurt – und die dortige Austria ist wahrlich kein Gewinn für den Alpenkick. Abgesehen von der fehlenden Rasenheizung, könnte eine Abwahl des BZÖ den Todesstoß für das traurige Experiment bedeuten.

Allmacht im Präsidentenamt

Derzeit werden Admira Wacker (Trenkwalder) und Wr. Neustadt (Strohsack) mit viel Geld in die Topliga gejagt. Richard Trenkwalder ist im Gegensatz zu Hopp einer dieser Präsidenten, der seinen fehlenden Fußball-Sachverstand dadurch wettmacht, dass er sich umso häufiger in sportliche Belange einmischt. Zuletzt platzte der Transfer von Vladimir Janocko nach einem persönlichen Gespräch mit dem allmächtigen Präsidenten (Link; Link).

In Wr. Neustadt läuft alles nach Plan. Kein Wunder: Frank Stronach setzt auf erfahrene Ex-Veilchen, die in der zweiten Spielklasse leichtes Spiel haben. Ob er wie schon bei der Austria seine Sportverantwortlichen mit phantastischen Forderungen terrorisiert oder sich mit seltsamen Gestalten in seinem Beraterumfeld schmückt, muss sich erst zeigen. Es ist zu befürchten. Übrigens, Herr Strohsack: In 18 Monaten sollte Österreich den WM-Titel einfahren – wird das noch was?

Während sich also in Österreich unbeachtet von der Öffentlichkeit der nächste Unsinn anbahnt, polarisiert ein beispielhaftes Projekt die Deutschen Fans. Doch während z. B. in England die Vereine ihren Bossen auf Gedeih’ und Verderb’ ausgeliefert sind (Link), wäre ein Rückzug Hopps für Hoffenheim kein Malheur. Der Klub steht zu gut da, um ins Schlingern zu geraten. Und das ist in der heutigen Zeit schon sehr viel wert.

Link:

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What comes up must go down!
Der Club aus der Rhein-Neckar-Region spielt schnellen, attraktiven und erfolgreichen Angriffsfußball und begeistert Anhänger des gepflegten Spiels aus der ganzen Republik. Doch Dietmar Hopps Investment erscheint inzwischen reichlich planlos und lässt befürchten: What comes up must go down!
Quelle: sportticker